Als Charlene Blass vor etwa zwei Jahren die Tür zu ihrer eigenen Wohnung im Zentrum von Kloten aufschloss, begann ein neues Kapitel. Eines, das zeigt, wie entscheidend barrierefreies Wohnen für ein selbstbestimmtes Leben ist – und dass Mobilität dabei unverzichtbar bleibt.
Angekommen im eigenen Zuhause
Schon beim Eintreten in die Wohnung wird klar: Hier lebt jemand, der angekommen ist. Denn Charlene öffnet die Tür mit einem strahlenden Lächeln. Das Holzschild im Eingangsbereich mit der Aufschrift «Herzlich willkommen» spricht Bände. Genauso herzlich begrüsst die 29-Jährige ihre Gäste. Seit zwei Jahren wohnt sie in der barrierefreien Neubauwohnung; im letzten Jahr zog ihr Partner zu ihr. Ein Zuhause, das für Charlene weit mehr ist als vier Wände: Es bedeutet Freiheit.
Geboren 1996 bei einer Frühgeburt, lebt Charlene mit den Folgen einer Cerebralparese. Seitdem sie zwei Jahre alt ist, ist sie auf einen Rollstuhl angewiesen. Zuvor wohnte sie bei ihren Eltern in Bassersdorf, ebenfalls barrierefrei. Doch die eigene Wohnung hat für sie eine neue Dimension. «Sie bedeutet mir unglaublich viel. Vor allem mehr Selbstständigkeit und Inklusion», sagt sie.


Mitten im Leben
Der Standort ist bewusst gewählt: Mitten im Zentrum von Kloten. Supermarkt, Cafés und Restaurants liegen direkt vor der Haustür, der Coop befindet sich sogar im selben Gebäude. «Ich liebe es, dort zu wohnen, wo das Leben ist», sagt Charlene. Einkaufen erledigt sie selbstständig, denn es ist Alltag, der für sie Lebensqualität bedeutet.
Ebene Wege statt Treppen und ein automatischer Türöffner erleichtern den Zugang zur Überbauung. Die Wohnung im ersten Obergeschoss ist per Lift leicht erreichbar. Innen ist sie nicht komplett rollstuhlgerecht ausgebaut, aber das stört Charlene nicht. «Alles, was ich brauche, habe ich unten in den Schränken und Gestellen. Ansonsten frage ich meinen Mann», sagt sie pragmatisch. Lediglich das Bad wurde leicht angepasst, damit ihr das Duschen leichter fällt. Kleine Details wie ein zusätzlich montierter tiefer Griff an der Wohnungstüre machen den Alltag einfacher, ohne die Wohnung zu verändern.



«Ich bin froh, dass es TIXI gibt».
Charlene Blass seit ihrer Kindheit TIXI Fahrgast
Selbstbestimmt leben und arbeiten
Seit zehn Jahren arbeitet Charlene bei der Stiftung Pigna, ebenfalls in Kloten. Vier Tage pro Woche digitalisiert sie Bilder am Computer. Die Arbeit bereitet ihr grosse Freude. Den Weg dorthin legt sie meist mit dem Elektrorollstuhl zurück. Bei starkem Regen oder Schneefall nutzt sie TIXI. Und wenn sie zum Arzt muss, in den Ausgang geht oder sich mit Freunden trifft. «Dann bin ich froh, dass es diesen besonderen Fahrdienst gibt», berichtet sie. Für Fahrer Jürg Grest, der sie an diesem Morgen abholt, ist es ein tolles Kompliment: «Fahrgäste glücklich zu machen, ist der schönste Lohn für meine freiwillige Arbeit bei TIXI», erwidert er, während er sie zum Fahrzeug begleitet. Charlenes Beispiel zeigt: Wenn barrierefreies Wohnen und inklusive Mobilität sich gut ergänzen, ermöglichen sie Unabhängigkeit und Spontaneität – und schaffen ein Zuhause, das nicht einschränkt, sondern stärkt.



«Glückliche Fahrgäste sind mein schönster Lohn.»
Jürg Grest über sein freiwilliges Engagement bei TIXI
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